Nicole Leidenfrost (Queen-Malerin ®)

 

Geboren 1974 in Berlin

 

  • Royal Collection Trust (Buckingham Palace)
  • Staatsgeschenk an Königin Elizabeth II.
  • Museum Würth („Schraubenwürth“)
  • Sammlung Land Baden - Württemberg (Landesregierung)
  • In diversen privaten Kunstsammlungen vertreten
  • Stipendium Prof. Markus Lüpertz (Sommerakademie Kunstakademie Bad Reichenhall)
  • Prof. Markus Lüpertz Schüler (Studium, Kunstakademie an der alten Spinnerei in Kolbermoor)
  • Internationale Ausstellungen
  • Kooperation Lamborghini
  • VBKW und Gedok anerkannt

 

Farbe auf Schwarz

Wenn Nicole Leidenfrost ihre Bilderfindungen vor einem monochrom schwarzen Hintergrund agieren lässt, dann setzt sie mit zeitgenössischen Mitteln eine altehrwürdige künstlerische Tradition fort: die des Farbhintergrundes, der seinerseits wieder auf den Goldgrund in der Kunst des Mittelalters zurückgeht, der im 19. Jahrhundert fröhliche Urständ feierte, weil man sich in dieser Epoche für das Mittelalter begeisterte.
Gleich, ob der Farb-Hintergrund in sich differenziert ist oder nicht – wir finden ihn In der Geschichte der europäischen Malerei immer wieder. So etwa in Velázquez‘ Porträt des Dichters Louis Góngora, und etwa dem „Mann mit dem Goldhelm“ aus der Rembrandt- Schule.
Bei Nicole Leidenfrost ist der Zweck, vielleicht in verstärkter Form, der gleiche wie in den Vorbildern: Konzentration auf das Wesentliche des Motivs, das nicht in ablenkende

Weiterungen eingebunden sein soll. Ihre Bildfiguren sind genauso wenig kompakt und geschlossen, wie die Materie es ist. Locker fügen sich farbige Gesten, Spuren einer künstlerischen Entäusserung, zu den polychromen Figuren und Gegenständen. Erst der Wahrnehmungsakt verbindet die malerischen Gesten zu einer figürlichen Erscheinung, und der erlebte Kontrast zwischen erkennbarer Figur und

nachvollziehbarer Gestaltungsweise, ermöglicht die Erfahrung des ästhetischen Erlebens. Selbstverständlich hat ihre Malerei auch einen dekorativen Anteil. Den Apologeten der Hässlichkeit, die einen grossen Teil der zeitgenössischen Kunstszene mitbestimmen, mag das nicht gefallen. Man muss sich aber natürlich vor Augen halten, dass solche Elemente

auch in der Kunst des Abendlandes ihre eigene Tradition, ihren eigenen Wert, und auf jeden Fall ihre eigene Berechtigung haben.
Wer wollte verneinen, dass der „Kuss“ von Gustav Klimt dekorative Elemente enthält? Wer würde es wagen, dem Porträt des Pfeife rauchenden Jugendlichen („Garçon à la pipe“) von Picasso einen dekorativen Touch abzusprechen? Die Kette der Beispiele liesse sich fast beliebig verlängern. Dekoraktivität oder nicht ist keine Frage von Kunst oder Nicht-Kunst, es ist eine Frage
der Kunst, eine Methode, Botschaften und ästhetisches Erleben zu erleichtern, gerade wie der Zucker auf dem Teelöffel die bitteren Tropfen der Medizin leichter schlucken lässt. Denn Kunst, gleich welchen Inhalts, ist immer eine Form von fordernder Auseinandersetzung. Manche Werke wirken emotionaler, manche erschreckender, manche sanfter.

Wir bewundern die Landschaften von Claude Lorrain, der die Naturschönheit mit seiner Kunst verbessern wollte. Auch das hat einen dekorativen Anteil, und beweist, in Form eines historischen Beispiels, wie wichtig dieses ästhetische Element in der europäischen Kunstgeschichte ist.

Man könnte sagen, dass auch Nicole Leidenfrost Bezug auf die Natur nimmt, aus denen Sie, in den Figuren die sie aus ihrem situativen Zusammenhang herauslöst und in das Zentrum eines gemalten Bilder stellt, neu interpretiert, kommentiert, und sie mit weiterführenden Aspekten zur Erkenntnisgewinnung (auch Ästhetik kann Erkenntnis sein) verarbeitet. Und das gelingt ihr perfekt.

Autor und Rechte: Dr. Gerhard Charles Rump

 

 

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